| Über uns | Unsere Womos | Portugal und Galicien | Stellplatztipps | Reiseberichte | Gästebuch |
Die Flutkatastrophe in Merzouga / Marokko
Ein schweres Unwetter in Merzouga, einem kleinen Wüstenort in Marokko, hat im Mai 2006 zu schweren Verwüstungen, Toten und großer Not der Überlebenden geführt. Da es sich nur um eine örtliche Katastrophe handelt, gibt es keine Unterstützung durch internationale Hilfsorganisationen und keine Nachrichten in den Medien.
Nachstehend veröffentliche ich E-Mails und Fotos der Reisebuchautorin Edith Kohlbach, die zum Zeitpunkt des Unwetters vor Ort war, sowie von Mohamed Oubadi, dem mir persönlich gut bekannten Betreiber der Kasbah Mohayut, die nicht beschädigt wurde.
Nachtrag vom 27.06.2006:
Da Edith Kohlbach (vielen Dank für die Unterstützung der Aktion ! ) gestern meine Kontonummer im Marokko-Forum veröffentlicht hat (ich wollte sie eigentlich nur auf Nachfrage rausgeben), setze ich sie auch hier auf die Seite:
Konto 0697829430, Allg. Deutsche Direktbank Frankfurt, BLZ 50010517.
Nachtrag für Auslandsüberweisungen dank eines Hinweises aus Österreich am 29.06.:
Der BIC der ING-DiBa AG lautet: INGDDEFF
IBAN meines Kontos: DE71 5001 0517 0697 8294 30
Ich werde hier die Einzelbeträge veröffentlichen (ohne Nennung der Namen, um die Anonymität der Spender zu wahren) zur Kontrolle für die Spender und für Moha, der letztlich den Erhalt des Gesamtbetrages bestätigen kann.
Dank Thomas Friedrich (Moderator Marokko-Forum), kann ich den vollen Betrag ohne Abzug von Bankgebühren an Moha weiterleiten, vielen Dank an Thomas für seine Unterstützung!
Nachtrag vom 15.08.2006:
Am 11.08. hat Thomas mitgeteilt, dass er auch die zweite Rate an Moha übergeben hat (4552 Dirham). Ich beende hiermit diese Spendenaktion und danke allen, die sich daran beteiligt haben.
|
200,00 |
Startkapital am 25.06. |
|
30,00 |
Gutschrift am 27.06. |
|
20,00 |
Gutschrift am 29.06. |
|
100,00 |
Gutschrift am 29.06. |
|
30,00 |
Gutschrift am 04.07. |
|
50,00 |
Gutschrift am 04.07. |
|
-430,00 |
Überweisung an Thomas Friedrich zur Auszahlung an Mohamed Oubadi am 05.07., Übergabe von 4.650 Dirham von Thomas an Moha am 07.07., siehe E-Mails am Ende dieser Seite Weitere Spenden willkommen! |
|
20,00 |
In bar per Brief aus der Schweiz am 12.07. |
|
400,00 |
Gutschrift am 13.07. |
|
-420,00 |
2. Überweisung an Thomas Friedrich am 24.07. |
|
850,00 |
Gesamtbetrag |
E-Mail von Mohamed Oubadi vom 11.06.2006:
hello jurgen!
wie geht es dir! ich hoffe gut!!
fur 10 tage wir hatten hier so viel uberwasser (flood) ein katastrof war fur wuste!!gott sei danke mohayut ist weit von das uberwasser aber uber 150 hauser sind total kaputt!!und die familien wohnen einfach im zelt!!und es ware sehr heiss!!!
bitte wenn dui jemand (ein association oder irgendjemand die kann ein wenig dieser familien helfenas ware nett von dir!!um das lebensmittel zu kaufen und ein paar decken und matratzen!!
schon gruss an die ganze familie auch von hassan!
moha
Hier die Fotos von Mohamed Oubadi:





E-Mail von Edith Kohlbach vom 31.05.2006:
Liebe Freunde,
hier kommt wieder einmal ein Sammel-Reisebericht, es wird sich sicher nicht jeder für alles interessieren. Aber persönliche Emails kann ich aus Zeitmangel nicht schreiben und auch, weil die arabischen Tastaturen in den Internetshops sehr gewöhnungsbedürftig sind. Ich bin ja meist viel zu sehr im Stress, um zu schreiben. Aber jetzt sitze ich im Geländewagen und Abdou fährt. Ich hatte mein Auto in Zagora stehen lassen, weil ich eine Piste für mein Buch fahren wollte. Der Hinweg hat auch geklappt, aber der Rückweg wurde unmöglich und wir fahren nun auf Asphalt, anders wäre es auch nicht gegangen, auf der Piste holpert es zu sehr.
Am letzten Freitag war hier also ein ziemliches Unwetter. Ich konnte die schwarze Wand am Himmel von weitem sehen, aber zum Glück lag mein Ziel kurz davor. Schon am Samstag haben wir dann die ersten Schreckensmeldungen bekommen und hörten, dass bei Merzouga ein ziemliches Desaster auftrat. Eigentlich wollte ich an diesem Samstag dorthin fahren, aber wir haben es dann lieber bis Montag verschoben.
Für die unter euch, die Merzouga nicht kennen, dies ist ein kleines Dorf am Fuße der Sanddünen und ein sehr beliebtes Touristenziel. Die Häuser sind aus Lehm gebaut. Im Laufe der letzten 20 Jahre sind um die Dünen herum fast 100 Hotels gebaut worden, das reicht von der winzigen Herberge bis zum Luxushotel. Und natürlich hat auch jeder einige Nomadenzelte im Hof, in denen man schlafen kann. Auch diese Auberges sind aus Lehm gebaut.
Und dann kam der Regen. Zwar gibt es das schon mal in der Wüste, aber es war ein sehr heftiger Regen mit Hagel. Die ausgedörrte Erde kann das Wasser nicht aufnehmen und so sammelt es sich in einer Senke, es entstehen reißende Flüsse. Merzouga ist ein Dorf, das vielleicht aus 2.000 Häusern besteht. Und alle die, die etwas unten vor dem Palmenhain lagen, wurden von dem Strom weggerissen. Etwa 300 Privathäuser sind zerstört, man spricht von 3 10 Toten, Touristen sollen nicht darunter sein. Was das schlimme ist, dies sind Menschen, die eh nicht viel haben. Sie leben von der Landwirtschaft, auch in den Gärten wurde alles weggespült, nur die Palmen haben überlebt, und die Lebensmittelvorräte im Haus sind weg. Was noch schlimmer ist, diese Leute trauen den Banken nicht sehr, zumal diese auch weit entfernt sind, und haben ihre wenigen Ersparnisse irgendwo im Haus versteckt. Das heißt also, es bleibt ihnen überhaupt nichts mehr.
Ja, und dann die Auberges. Man hat sie an landschaftlich sehr schönen Stellen gebaut, direkt vor den Dünen ... und in einer Senke, in der sich eben das Wasser sammelt, also in einem Trockensee. Seit 40 Jahren gab es hier keine Überflutung, und man glaubte einfach nicht an eine solche Katastrophe. Etwa 12 dieser Auberges sind vollkommen zerstört, die meisten anderen haben kleinere Schäden.
Für die, die sich auskennen: zerstört sind: Yasmina, Salama, Riad Maria, La Belle Etoile, Du Sud, Berbere, Etoile du Dune, Petit Prince, Les Roches, Africa, Ksar Sania
Die Auberge Salama zum Beispiel steht nun völlig zertrümmert als Insel inmitten eines großen Sees. Zu der in Teilen erhaltenen Auberge Yasmina führt ein schnell errichtetes Brückchen. Unter den Trümmern von La belle Etoile fand ich ein Kaninchen, das zum Schlachten vorgesehen war und nun weder Wasser noch Futter findet. Mopeds stehen völlig von Schlamm überzogen da, es war keine Zeit mehr weg zu fahren. Vor einem war das Wasser, hinter einem die Dünen, es gab alsu eins, ruf auf die Dünen. Das Gepäck der Touristen blieb zurück. Der bei allen bekannte und beliebte Ksar Sania einer Französin ist vollkommen zerstört, aber die danebenliegende Auberge Le Touareg kann sich nun über einen Strand freuen. Überhaupt sind die Kinder von Merzouga ganz froh, nun so viele Seen zum Baden zu haben. Aus Rissani kommen Leute zu einem Picknick am Meer. Und die Fotos, die man hier schießen kann sind natürlich sehr außergewöhnlich, so etwas sieht man einmal in 100 Jahren. 1955 soll es zum letzten Mal eine solche Zerstörung gegeben haben.
Die Regierung hat Zelte bereit gestellt, und versorgt die Einwohner mit Wasser und Lebensmitteln, auch 3 Gouverneure und ein Minister kamen angereist. In die Gegend von Rich, wo es ebenfalls zu einer Katastrophe mit Toten kam, ist allerdings niemand gereist, denn diese Region ist touristisch völlig uninteressant.
Zurück nach Zagora, wo mein Wagen steht wollten wir dann die Piste Taouz Tagounit fahren. Aber die war leider wegen dem Wasser völlig unpassierbar und deshalb geht es nun über die Asphaltstraße zurück.
Ich hatte übrigens meinen Plan ein wenig abgeändert, wollte eigentlich erst nach Merzouga, dann nach Zagora, wenn ich dies getan hätte, wäre ich während dem Unwetter dort gewesen. So aber bin ich euch erhalten geblieben.
Herzliche Grüße
Edith Kohlbach
Edith-Kohlbach-Reisebücher
Hier die Fotos von Edith Kohlbach:


Auszug aus E-Mail von Thomas Friedrich vom 08.07.2006:
Hallo Juergen,
ich habe Moha und Hassan gestern 4.650,00 Dirham uebergeben. Die Aktion haben wir dem von der Provinzregierung beauftragten "Spendenueberwacher" gemeldet. Er hat alles (Summe und Namen) erfasst. ...
Moha und der Spendenverwalter waren jedoch der Meinung, dass es besser ware Lebensmittel zu geben, damit kein Geld zweckentfremdet werden kann und damit im Nachhinein nicht andere Familien sich beklagen, dass sie kein Bargeld bekommen haben.
Die Marokkaner einigen sich dann darauf, dass sie fuer das Geld in Rissani Lebensmittel kaufen werden. (Die Rechnung wird dem Verwalter vorgelegt.)
...
Auszug aus E-Mail von Mohamed Oubadi vom 10.07.2006:
hallo jurgen!!
nochmal danke fur deine hilfe!!
thomas war hier und hat das geld gebracht und ich war mit ihm und hassan der president von der association und wir waren zusammen im merzouga zentrum bei der divisionair von der province und hat uns gesagt das bis jetzt die haben immer nur sachen und lebensmittel fur die familien gekauft aber fur der bau das machtder staat!
und andren tag war ich mit hassan und haben gekauft zucker und tee und gemuse und haben das verteilt ich hab die rechnung und ein papier wo ich einnterschrift von der chef von ort der bergermeister ich schicke dir ein paar fotos wenn ich die von ein freunde bekomme weil thomas hat kein camera mitgebracht!
...