Herbstreise durch Lappland von Åsele über Dorotea zum Blaikfjället mit Polarlicht und BetriebsbesichtigungTeil 9 von 11: Reise mit dem Wohnmobil durch Skandinavien vom 20.07. bis 25.09.2026 Wunderschöne Herbstfarben, kräftiges Polarlicht und überwiegend sonniges Wetter bietet uns das südliche Lappland Mitte September. In Dorotea besuchen wir die Firma Truxor, einen Betrieb der spezielle Amphibienfahrzeuge für die Arbeit auf und an Gewässern baut. 08. bis 10.09. Ångermanälven - Gafsele - Sörnoret/ Offerhällan - Vitterhuset 60 kmSchöner kann ein Tag nicht anfangen! Man sitzt im Bett, öffnet die Jalousie und sieht nach dem Regen in der Nacht, wie sich die Sonne auf dem Wasser spiegelt. Während wir frühstücken, scheint sie noch. Dann wird der graue Vorhang davor gezogen.
Kurz nach unserer Abfahrt vom Ångermanälven am Dienstag geraten wir wieder Elchjägern vor die Gewehre. Kurzes Gespräch mit dem ersten am Straßenrand, Weiterfahrt kein Problem aber bitte vorsichtig.
In der nächsten halben Stunde sehen wir weder Elche noch Menschen und Autos bis uns ein LKW entgegenkommt. Wie gut, dass es die Ausweichstellen gibt.
Unser Ziel ist ein in Park4Night beschriebener Platz am Aussichtsberg Offerhällan.
Leider steht in P4N nichts vom Verbot der Zufahrt, das wir natürlich beachten.
So fahren wir wieder zum Parkplatz am Vitterhuset südlich von Åsele. Da hatten wir am Sonntag die frischen Bärenspuren entdeckt.
Bären sehen wir zwar nicht aber das mit Abstand schönste Polarlicht dieser Reise. Wer das Sternbild des Großen Wagens in den beiden folgenden Bildern erkennt kann erahnen, wie hoch und prächtig das Polarlicht über dem Horizont leuchtete.
Hier sieht man den Großen Wagen mitten im Bild.
Die Sonnenaufgänge und der Nebel über dem See sowie der Blick durch die Fenster auf den See und die bunt leuchtenden Bäume sind wunderschön.
Unsere einzigen Nachbarn sind zwei Schwäne. Wir verbringen hier die Nächte acht und neun in Folge ohne Campingfahrzeuge in der Nähe, man kann es kaum glauben. Die letzten Übernachtungsnachbarn hatten wir in Husum an der Ostsee.
In der zweiten Nacht bleibt das Polarlicht nur schwach über dem Horizont.
10. bis 12.09. Vitterhuset - Dorotea - Avaträsk / Ornsjön 97 kmEin ungewöhnlicher Reise-Bericht aus der kleinen Stadt Dorotea in Lappland über die ungewöhnliche Firma Truxor Wer schon mal in Schwedisch-Lappland war, ist sehr wahrscheinlich auf der E 45 durch Dorotea gefahren. Vor über 30 Jahren entwickelte hier Torbjörn Hahlin in seiner Garage eine bootsmontierte Schilfschneidemaschine. Aus der Einmannfirma ist inzwischen ein "Hidden Champion" geworden mit Exporten in 77 Länder auf allen Kontinenten von A wie Australien über B wie Brunei bis U wie Uruguay. Aus dem Zubehör für ein Boot wurde ein faszinierendes Amphibienfahrzeug für die verschiedensten Anwendungen am und auf dem Wasser, siehe Screenshot mit der Kurzbeschreibung durch Google KI.
Diese Firma konnten wir begleitet von den Mitarbeitern Andreas und Kay-Gunnar besichtigen, die Bilder zeigen einige Stationen vom "Rohbau" über den Ausbau der Fahrerkabine und das "Fahrwerk" bis zur fertigen Maschine. Mehr dazu in Deutsch auf der Website www.truxor.com/de/content/about-us Hier werden die Maschinen im Einsatz gezeigt auf YouTube
Kay-Gunnar und Maren in Dorotea kennen wir seit etlichen Jahren. Kay-Gunnar hat hier bei Truxor eine Stelle gefunden und uns zu einer Besichtigung eingeladen. Die haben wir natürlich sehr gerne angenommen. Kay-Gunnar und Maren sind als willkommene und erfolgreiche Einwanderer schon in einem Video der Kommune Dorotea aufgetreten: https://www.youtube.com/watch?v=gwx_Wz1SdnM Dank Internet kann Maren ihre freiberufliche Tätigkeit in einer deutschen Werbeagentur Zuhause ausüben: https://point-project.de/team/ Nach interessanten Gesprächen und einem leckeren Abendessen in Ankis Bar in Dorotea an der E 45 - Pizzen werden sehr empfohlen aber wir haben uns für ein superleckeres mit Käse und Schinken gefülltes Västerbotten-Schnitzel entschieden - verabschieden wir uns von den beiden und setzen unsere Reise nach Nordwesten fort. Nach dem Besuch mit Firmenbesichtigung in Dorotea fahren wir auf einen sehr schön gelegenen Platz am Ormsjön, zum ersten Mal seit 10 Tagen mit Übernachtungsnachbarn.
Von Osten bis Westen haben wir freie Sicht auf Himmel, See und leuchtende Birken. Kurz nach Sonnenaufgang löst sich der Nebel auf und die Sonne strahlt von einem dunkelblauen Himmel.
Am Abend zieht dichte Bewölkung auf und beschert uns einen besonders schönen Sonnenuntergang.
Das Aufstellen der Wildkamera bringt auch einen kleinen nächtlichen Jagderfolg :-)
12. bis 14.09. Avaträsk / Ornsjön - Blaikfjället 52 kmSamstag und Sonntag verbringen wir auf einem Parkplatz am Rand der wenig befahrenen Straße über das Blaikfjället. Mit 30.000 Hektar Moorland befindet sich auf dem Plateau eins der größten zusammenhängenden Moorgebiete Schwedens. Hier können wir die volle Pracht der Herbstfärbung genießen. Ausgesucht haben wir genau diesen Platz wegen der freien Sicht nach Norden hinter unserem Campingbus.
Für die Nacht von Sonntag zu Montag wird geringe Bewölkung und moderate Aurora-Aktivität der Stärke Kp 3 angekündigt. Es sollte also schönes Polarlicht geben. Das Ergebnis seht ihr in den Fotos: NULL! Im nachhinein zeigt die Polarlicht-App für 23 Uhr 0,33 statt Kp 3 und als Höchstwert der Nacht Kp 1. Folglich haben wir bis Mitternacht nichts gesehen und auch die Kamera danach nichts im Zeitraffermodus fotografiert.
Entschädigt werden wir aber durch die herbstliche Moorvegetation und das schöne Wetter.
Etwas oberhalb unseres Parkplatzes befindet sich eine Anlage für die Rentierscheide. Leider sehen wir während unseres Aufenthaltes auf dem Blaikfjället kein einziges Tier.
14./15.09. Blaikfjället - Parkplatz Sagastigen 49 kmZwischen Blaikfjället und Vildmarksvägen kurven wir Montagmorgen noch etwas durch die herbstlich leuchtenden Wälder.
Für den Rest des Tages und die nächste Nacht bleiben wir am Vildmarksvägen auf dem Sagastigen rastplats. Laut Wetterprognose ist dies wohl der letzte Tag unserer Reise mit fast wolkenlosem Himmel.
Beim Blick aus dem Fenster erkennen wir auf der winzigen Insel mit Bäumen einen hellen Fleck. Gezoomt mit der Kamera werden zwei Menschen sichtbar. Sie stehen aber unbeweglich da wie aus Stein gemeißelt oder aus Holz geschnitzt.
Das gilt auch für die Figuren auf der anderen Straßenseite zwischen und neben den Stromschnellen.
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